Sputtis vorerst stillgelegt
Samstag, 27. Februar 2010 Presse, Zeitungsartikel
S-Bahn-Chaos
S-Bahn legt ganze Zug-Baureihe still
26. Februar 2010 18.56 Uhr, dpa
Weil die S-Bahn Rad-Prüfungen unterlassen hat, werden 30 Wagen sofort aus dem Verkehr gezogen.
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Bald sitzen wir wieder in der 485
Freitag, 5. Juni 2009 Presse, Zeitungsartikel
Bei der S-Bahn passts grad hinten und vorne nicht. Es werden wieder neue 485er fit gemacht.
Gedränge
In der S-Bahn ist nicht mal ein Stehplatz garantiert
Wegen Fahrzeugmangels wird es in den S-Bahn-Zügen enger. Bei großem Andrang bleiben Kunden nun sogar auf dem Bahnsteig zurück. Eine Lösung ist nicht in Sicht.
Freie Sitzplätze in der S-Bahn sind schon lange ein Glücksfall für Fahrgäste. Jetzt aber müssen sie sich zumindest in den Hauptverkehrszeiten auch noch um Stehplätze rangeln. Nach Angaben von Fahrgästen waren Züge in den vergangenen Tagen zum Teil so voll, dass nicht alle Wartenden einsteigen konnten. Weil die S-Bahn derzeit zu wenig einsatzfähige Fahrzeuge hat, verkehren die Züge oft mit weniger Wagen als planmäßig vorgesehen. Und der Wagenmangel kann dauerhaft werden. Dabei nimmt die Zahl der Fahrgäste bisher stetig zu.
Die meisten Probleme machen ausgerechnet die neuesten Züge, die den größten Anteil bei der Fahrzeugflotte stellen. Von 630 sogenannten Viertelzügen, die aus zwei Wagen bestehen, gehören 500 zur Baureihe 481, die für 1,2 Milliarden Euro in den 90er Jahren angeschafft worden war.
Nachdem am 1. Mai in Kaulsdorf ein Zug dieser Baureihe wegen eines Radbruchs entgleist war, müssen die Räder der Fahrzeuge dieser Baureihe im Wochenrhythmus statt alle 14 Tage untersucht werden. Dazu hat sich die Geschäftsführung, wie sie mitteilte, selbst verpflichtet. Nach Tagesspiegel-Informationen hat sie damit eine förmliche Anordnung der kürzeren Prüffristen durch das aufsichtsführende Eisenbahn-Bundesamt verhindert. Vorher waren bei dieser Baureihe bereits die Prüffristen für die Achsen verkürzt worden. Zudem müssen bei diesen Fahrzeugen nach einem Auffahrunfall die Bremsanlagen modifiziert werden. Weil es auch noch Probleme mit der Signaltechnik gibt, dürfen Züge aller Baureihen außerdem nur noch mit maximal 80 km/h statt mit 100 km/h fahren.
Durch das Verkürzen der Prüffristen müssen die Bahnen häufiger in die Werkstatt als geplant und fehlen dann im Betrieb. Das Fahrzeugkonzept der S-Bahn war darauf nicht eingestellt. Um Kosten zu sparen, hat die Geschäftsleitung die Zahl der Fahrzeuge in den vergangenen Jahren drastisch reduziert und Züge verschrottet sowie Werkstätten geschlossen. Grundlage dabei war jedoch der Normalbetrieb, der aber auch schon kürzere Züge vorsah. So fahren selbst auf dem nachfragestarken Ring Züge planmäßig nur mit sechs statt mit acht Wagen. Nach den Sparmaßnahmen reichen die Kapazitäten nicht mehr aus. Die Reparatur von Fahrzeugen der in der DDR entwickelten Baureihe 485, die Risse im Boden haben, musste die S-Bahn daher zum Teil bereits an andere Werke vergeben. Mitarbeiter befürchten, dass auch noch die Hauptwerkstatt in Schöneweide aufgegeben wird und nur noch zwei Werkstätten übrig bleiben – in Grünau und Wannsee.
Neue Fahrzeuge will die S-Bahn GmbH derzeit nicht beschaffen, weil nicht klar ist, ob sie nach 2017 weiterfahren darf. Da der Betrieb des S-Bahn-Netzes ausgeschrieben wird, kann die Bahntochter diesen Auftrag verlieren und will deshalb kein Geld für neue Züge ausgeben. Allerdings richtet die S-Bahn wieder acht bereits abgestellte Wagen der Baureihe 485 für den Betrieb her, was rund zwei Millionen Euro kosten soll.
Insider schließen nicht aus, dass das Eisenbahn-Bundesamt anordnet, die Fristen für die Untersuchung der Fahrzeuge bei der Reihe 481 abermals zu verkürzen, um die Sicherheit zu verbessern. Das Intervall ist bereits von 120 000 auf 60 000 Laufkilometer reduziert worden. Jetzt soll eine Prüfung bereits nach 30 000 Kilometern im Gespräch sein. Dann bliebe der Wagenmangel auf Dauer erhalten und der Stehplatz fast garantiert.
Quelle: Tagesspiegel, 02.06.2009
Tags: 2009, 485, Tagesspiegel
Endlich: Sputnik Revival
Mittwoch, 18. März 2009 Presse, Zeitungsartikel
Endlich wieder eine gute Nachricht für all die Nostalgiker unter euch – die S-Bahn überlegt angeblich, die alten “Sputniks” (auch bekannt als Baureihe 485) wieder einzusetzen statt zu verschrotten. Lest selbst:
Mehr Platz für Fahrgäste
S-Bahn überlegt, alte Züge einzusetzen statt zu verschrotten
Peter Neumann
Fahrzeuge fehlen, Züge verspäten sich: In den vergangenen Monaten hat die S-Bahn Negativschlagzeilen gemacht. Jetzt arbeitet sie an einem Programm, das die Qualität ihrer Leistungen verbessern soll. Geplant ist, es noch im März vorzustellen. Nach Informationen der Berliner Zeitung erwägt die S-Bahn, abgestellte Fahrzeuge wieder in Betrieb zu nehmen. Während sich die Reisenden oft in vollen Zügen drängen, stehen 80 Wagen der Baureihe 485 ungenutzt auf Abstellgleisen herum. Von diesem Fahrzeugtyp, der wegen seiner früheren roten Lackierung “Coladose” genannt wird, sind schon viele Exemplare verschrotten worden. Nun stehen die Chancen gut, dass die abgestellten Wagen hergerichtet werden und künftig erneut Fahrgäste befördern.
Dadurch könnte die Flotte des zweitgrößten Berliner Nahverkehrsunternehmens auf rund 670 “Viertelzüge” anwachsen – so heißen die Zwei-Wagen-Einheiten in der S-Bahner-Sprache. Dann ließen sich Fahrzeugengpässe, wie sie derzeit zum Beispiel die Reisenden auf der Linie S 9 zwischen Spandau und Schönefeld nerven, größtenteils vermeiden. Fahrgäste berichten, dass die Züge auf der von zahlreichen Touristen genutzten Strecke oft nur sechs oder vier Wagen haben – früher waren es stets acht.
Einige der abgestellten Züge sind schon seit Jahren außer Betrieb. Mehrere haben Risse im Boden, die einer aufwändigen Sanierung bedürfen. Weil die Aufarbeitung der Züge einige Millionen Euro kosten würde, muss das “Mutterunternehmen” Deutsche Bahn (DB) dieser Reaktivierung noch zustimmen.
Betriebsrat fordert Kurskorrektur
Heiner Wegner, der Vorsitzende des S-Bahn-Betriebsrats, bestätigte, dass es Überlegungen gibt, die abgestellten Züge wieder einzusetzen. Dadurch ließe sich der Zugbetrieb zuverlässiger gestalten, sagte er. S-Bahn-Chef Tobias Heinemann sollte die “Chance für eine Kurskorrektur” nutzen. Der Betriebsrat macht vor allem Einsparungen bei der Instandhaltung und Pflege der Züge dafür verantwortlich, dass die S-Bahn unzuverlässiger geworden ist.
In den vergangenen Monaten war das Unternehmen deshalb häufig kritisiert worden, nicht nur von Fahrgästen, sondern auch von Politikern. So hat die Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) angekündigt, dass das Land der S-Bahn erstmals wegen zu großer Unpünktlichkeit die Zahlung kürzen wird – nach ersten Kalkulationen um fünf Millionen Euro.
Quelle: Berliner Zeitung, 16.03.2009

