Das Graffiti-Magazin Nr. 1 aus Berlin

Presseschau 15

Schlag gegen Graffiti-Szene

Marzahn-Hellersdorf

# 2826

Beamte des Landeskriminalamtes, der Polizeidirektion 6 sowie der Bundespolizei(Externer Link) durchsuchten gestern früh im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Berlin wegen Sachbeschädigung stadtweit zehn Wohnungen. Die Fahnder beschlagnahmten diverses Beweismaterial, u. a. Sprayerutensilien, Graffitivorlagen, Blackbooks, Computer und Mobiltelefone sowie sieben Softair- und Anscheinwaffen.

Vorausgegangen waren neunmonatige Ermittlungen der Fachdienststelle gegen Graffititaten beim Landeskriminalamt. Diese führten zu einer 30-köpfigen Sprayer-Crew im Alter von 17 bis 24 Jahren. Die Gruppe, die sich im Internet präsentiert, steht im Verdacht, eine Vielzahl von Sprayertaten überwiegend in Marzahn-Hellersdorf, begangen zu haben.

Von den Schmierereien waren die BVG, die S-Bahn GmbH und einige Wohnungsbaugesellschaften betroffen. Der Gesamtschaden beläuft sich bislang auf etwa 55.000 Euro. Die Ermittlungen dauern an.

Quelle: Polizeipresse

KRIMINALITÄT: Die Graffiti-Akte

Serie aufgeklärt: Party-Gäste zogen an Wochenenden um die Häuser und besprühten 27 Gebäude

Eichwalde – Sprühfinken sorgten monatelang mit Schmierereien für Ärger in Eichwalde. Von September 2008 bis Januar verübte die Graffiti-Gruppe 27 Straftaten. Dann war schlagartig Schluss.

Zu diesem Zeitpunkt lagen schon viele Anzeigen geschädigter Gebäude-Besitzer auf dem Schreibtisch von Lars Kaphengst. Der Kriminalkommissar leitete die Ermittlungen. Vor allem zwischen Friedenstraße und Bahnhofstraße waren die Sprüher unterwegs. An Geschäften, privaten Mauern und auf einem verwilderten Grundstück hinterließen sie ihre Farbspuren.

„Schwerpunkt waren die Wochenenden“, so Kaphengst. Fotos der Graffiti verrieten verschiedene Handschriften. Daraus zog der Ermittler den Schluss, dass es sich um eine Gruppe handeln muss. Eine heiße Spur führte zu einem 18-jährigen Berliner. Seine Eltern hatten sich getrennt und waren zu ihren neuen Lebenspartnern gezogen. Deshalb wohnte der junge Mann zeitweilig in Eichwalde. Hier gab er an Wochenenden Partys für Freunde. Was alle einte, waren Basketball, Rap-Musik, szeneübliche blaue Kopftücher. In solchen Party-Nächten zogen einige Gäste um die Häuser und sprühten Wände an.

Bis April ermittelte Kaphengst sieben Tatverdächtige: Azubis, Schüler, Gymnasiasten, Arbeitslose. Hausdurchsuchungen in Berlin, Hennigsdorf, Luckenwalde förderten Ende Mai die erhofften Beweise zu Tage: Fotos, Skizzen, Schablonen, Farbdosen, Schlagring, Baseballschläger. Computer, USB-Sticks, CDs wurden beschlagnahmt und ausgewertet. Auf einem Foto hatten sich vier Tatverdächtige vor einer frisch besprühten Wand ablichten lassen.

Am Ende der Ermittlungen blieben fünf Täter im Alter von 16 bis 18 Jahren übrig. Der von ihnen angerichtete Schaden beträgt 7500 Euro. Alle sind Jugendliche und Heranwachsende. Nur einer hatte vorher mit der Polizei zu tun. „Deshalb geben wir ihnen die Chance, den Schaden wieder gut zu machen“, sagt Kaphengst. Beispielsweise schlug er allen vor, mit den betroffenen Gebäudeeigentümern zu reden, den Schaden zu bezahlen oder abzuarbeiten. So etwas könnte sich strafmildernd auswirken oder dazu führen, dass der Staatsanwalt das Verfahren einstellt. Ihm hat Kaphengst kürzlich die 1000-seitige Ermittlungsakte übergeben. (Von Frank Pechhold)

Quelle: Märkische Allgemeine

13.10.2009 | 13:50 Uhr

BPOLD-B: Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Berlin und der Bundespolizeidirektion Berlin

Berlin (ots) – Staatsanwaltschaft Berlin, Jugendabteilung 18 und Bundespolizei erzielen Ermittlungserfolg gegen junge Vandalen

Die eigenen Spuren brachten die Ermittler auf die richtige Fährte: die Tags einer Sprayercrew konnten eine großflächige Besprühung am Bahnhof Schöneweide aufklären.

Bei der Tat am 12. März diesen Jahres war ein abgestellter S-Bahnzug sowie Bahnhofshinweistafeln, Aufsichtsgebäude und Abfallbehälter großflächig mit Graffiti besprüht worden. Die Täter konnten unerkannt flüchten. Die Ermittlungen der Bundespolizei konnten sechs Tatverdächtige zuordnen. Bei den mutmaßlichen Tätern handelt es sich um Berliner im Alter von 19 bis 22 Jahren. Die zum Teil durch Gewaltdelikte wie Raub und Vergewaltigung strafrechtlich auffällig gewordenen jungen Männer, haben bei der Ermittlung selber zur Aufklärung beigetragen. Durch weitere Taten, an denen sie beteiligt waren und ihre Tags hinterlassen hatten, konnten sie schließlich überführt werden. Die dabei ermittelte Schadenshöhe liegt bei ca. 15.000 Euro.

Am heutigen Dienstag vollstreckte die Bundespolizei die Durchsuchungsbeschlüsse der Berliner Staatsanwaltschaft für die Wohnungen der Tatverdächtigen. Bei den Durchsuchungen in fünf Wohnungen im Berliner Stadtbezirk Treptow-Köpenick und einer weiteren in Marzahn-Hellersdorf fanden die Beamten umfangreiches Beweismaterial und stellten Blackbooks, Malvorlagen, Kameras, Fotohandys, Mobiltelefone, Videos, Speichermedien und Computer sicher. Neben den delikttypischen Beweismitteln aus der Graffitiszene stellten die Beamten bei den Durchsuchungen auch Verstöße gegen das Waffengesetz und Betäubungsmittelgesetz fest. Wegen der nicht unerheblichen kriminellen Energie mit der die Tatverdächtigen vorgegangen sind und der Tatsache, dass sie bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten waren, haben sie spürbare Strafen zu erwarten.

Bei dem heutigen Einsatz waren 65 Bundespolizisten eingesetzt.

Die Ermittlungen dauern an.

Sachbeschädigungen an fremdem Eigentum sind Straftaten. Insbesondere Jugendliche unterschätzen dabei häufig die Folgen ihrer Taten. Neben der strafrechtlichen Verfolgung wegen einer Sachbeschädigung, kommt es in den meisten Fällen auch zu zivilrechtlichen Schadensersatzansprüchen durch den Geschädigten, die 30 Jahre Bestand haben.

Quelle: Polizeipresse BPOL

2 Comments

  • wiesel sagt:

    sehr gut , richtig schön viele toys abgebusted.

    ich sehe lieber gute alte sachen , als neuen chrom schwarzrotz von leuten die es kaum schaffen ihren eigenen namen zu richtig schreiben.

  • Meiyz one sagt:

    „name zu richtig schreiben“
    lol^^
    aber recht haste!