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Sputtis vorerst stillgelegt

S-Bahn-Chaos

S-Bahn legt ganze Zug-Baureihe still

26. Februar 2010 18.56 Uhr, dpa

Weil die S-Bahn Rad-Prüfungen unterlassen hat, werden 30 Wagen sofort aus dem Verkehr gezogen.

Die krisengeschüttelte Berliner S-Bahn wird den Ärger mit ihren Zügen und Werkstattuntersuchungen nicht los: Die Tochter der Deutschen Bahn muss nun eine ältere Zug-Baureihe aus DDR- Produktion für einige Zeit komplett aus dem Verkehr ziehen. Grund sind unzureichende Wirbelstromprüfungen. Das teilte das Eisenbahn- Bundesamt (EBA) in Bonn am Freitag mit und bestätigte damit Informationen der „Berliner Zeitung“ und der „Berliner Morgenpost“. Solche Untersuchungen sind vorgeschrieben, damit Unregelmäßigkeiten und Risse an den Rädern aufgespürt werden können.

Betroffen sind nach Angaben der Bahn 30 Wagen der Baureihe 485, die nur einen kleinen Teil der S-Bahnflotte ausmachen. „Für unsere Fahrgäste wird die Maßnahme keinerlei Auswirkungen haben“, erklärte S-Bahn-Geschäftsführer Peter Buchner am Abend. „Unsere Fahrzeugreserven genügen, um die Züge kurzfristig zu ersetzen.“ Die betroffenen Fahrzeuge würden voraussichtlich in der nächsten Woche in den Betrieb zurückkehren.

EBA-Sprecher Ralph Fischer sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa, die S-Bahn habe die Aufsichtsbehörde selbst über die Problemlage informiert und sich noch am Freitag verpflichtet, die betroffene Baureihe 485 sofort bis auf weiteres stillzulegen. Die erforderlichen Wirbelstromprüfungen in den Werkstätten sollen nun nachgeholt werden.

Die Berliner S-Bahn ist seit Monaten wegen Problemen mit Rädern und Achsen, versäumter Wartungen und Missmanagement in der Krise. Im vergangenen Jahr stand sie zeitweise vor dem Zusammenbruch, als große Teile íhres Wagenparks aus Sicherheitsgründen aus dem Verkehr gezogen werden mussten. Betroffen war in erster Linie die wichtigste Baureihe 481/482. Bis Ende dieses Jahres will die S-Bahn ihre Züge wieder soweit instand halten können, dass sie sämtliche Strecken nach dem normalen Fahrplan bedienen kann, allerdings nicht überall in voller Zuglänge. 2011 sollen die Züge dann auch wieder die normale Länge erreichen.

Quelle: B.Z.