Bald sitzen wir wieder in der 485
Freitag, 5. Juni 2009 Presse
Bei der S-Bahn passts grad hinten und vorne nicht. Es werden wieder neue 485er fit gemacht.
Gedränge
In der S-Bahn ist nicht mal ein Stehplatz garantiert
Wegen Fahrzeugmangels wird es in den S-Bahn-Zügen enger. Bei großem Andrang bleiben Kunden nun sogar auf dem Bahnsteig zurück. Eine Lösung ist nicht in Sicht.
Freie Sitzplätze in der S-Bahn sind schon lange ein Glücksfall für Fahrgäste. Jetzt aber müssen sie sich zumindest in den Hauptverkehrszeiten auch noch um Stehplätze rangeln. Nach Angaben von Fahrgästen waren Züge in den vergangenen Tagen zum Teil so voll, dass nicht alle Wartenden einsteigen konnten. Weil die S-Bahn derzeit zu wenig einsatzfähige Fahrzeuge hat, verkehren die Züge oft mit weniger Wagen als planmäßig vorgesehen. Und der Wagenmangel kann dauerhaft werden. Dabei nimmt die Zahl der Fahrgäste bisher stetig zu.
Die meisten Probleme machen ausgerechnet die neuesten Züge, die den größten Anteil bei der Fahrzeugflotte stellen. Von 630 sogenannten Viertelzügen, die aus zwei Wagen bestehen, gehören 500 zur Baureihe 481, die für 1,2 Milliarden Euro in den 90er Jahren angeschafft worden war.
Nachdem am 1. Mai in Kaulsdorf ein Zug dieser Baureihe wegen eines Radbruchs entgleist war, müssen die Räder der Fahrzeuge dieser Baureihe im Wochenrhythmus statt alle 14 Tage untersucht werden. Dazu hat sich die Geschäftsführung, wie sie mitteilte, selbst verpflichtet. Nach Tagesspiegel-Informationen hat sie damit eine förmliche Anordnung der kürzeren Prüffristen durch das aufsichtsführende Eisenbahn-Bundesamt verhindert. Vorher waren bei dieser Baureihe bereits die Prüffristen für die Achsen verkürzt worden. Zudem müssen bei diesen Fahrzeugen nach einem Auffahrunfall die Bremsanlagen modifiziert werden. Weil es auch noch Probleme mit der Signaltechnik gibt, dürfen Züge aller Baureihen außerdem nur noch mit maximal 80 km/h statt mit 100 km/h fahren.
Durch das Verkürzen der Prüffristen müssen die Bahnen häufiger in die Werkstatt als geplant und fehlen dann im Betrieb. Das Fahrzeugkonzept der S-Bahn war darauf nicht eingestellt. Um Kosten zu sparen, hat die Geschäftsleitung die Zahl der Fahrzeuge in den vergangenen Jahren drastisch reduziert und Züge verschrottet sowie Werkstätten geschlossen. Grundlage dabei war jedoch der Normalbetrieb, der aber auch schon kürzere Züge vorsah. So fahren selbst auf dem nachfragestarken Ring Züge planmäßig nur mit sechs statt mit acht Wagen. Nach den Sparmaßnahmen reichen die Kapazitäten nicht mehr aus. Die Reparatur von Fahrzeugen der in der DDR entwickelten Baureihe 485, die Risse im Boden haben, musste die S-Bahn daher zum Teil bereits an andere Werke vergeben. Mitarbeiter befürchten, dass auch noch die Hauptwerkstatt in Schöneweide aufgegeben wird und nur noch zwei Werkstätten übrig bleiben – in Grünau und Wannsee.
Neue Fahrzeuge will die S-Bahn GmbH derzeit nicht beschaffen, weil nicht klar ist, ob sie nach 2017 weiterfahren darf. Da der Betrieb des S-Bahn-Netzes ausgeschrieben wird, kann die Bahntochter diesen Auftrag verlieren und will deshalb kein Geld für neue Züge ausgeben. Allerdings richtet die S-Bahn wieder acht bereits abgestellte Wagen der Baureihe 485 für den Betrieb her, was rund zwei Millionen Euro kosten soll.
Insider schließen nicht aus, dass das Eisenbahn-Bundesamt anordnet, die Fristen für die Untersuchung der Fahrzeuge bei der Reihe 481 abermals zu verkürzen, um die Sicherheit zu verbessern. Das Intervall ist bereits von 120 000 auf 60 000 Laufkilometer reduziert worden. Jetzt soll eine Prüfung bereits nach 30 000 Kilometern im Gespräch sein. Dann bliebe der Wagenmangel auf Dauer erhalten und der Stehplatz fast garantiert.
Quelle: Tagesspiegel, 02.06.2009
Tags: 2009, 485, Tagesspiegel
Fotoboom – 4. Arche Battle
Donnerstag, 4. Juni 2009 Fotoboom
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Tags: 2009, Arche, Battle, Graffiti-Battle
Presseschau II
Mittwoch, 3. Juni 2009 Presse
Eingabe: 30.05.2009 – 10:55 Uhr
Graffitisprayer festgenommen
Mitte
# 1563
Polizeibeamte nahmen kurz vor Mitternacht zwei junge Männer in Mitte fest. Die Sprayer im Alter von 15 und 18 Jahren sowie ein weiterer Unbekannter hatten zuvor die Wand auf dem U-Bahnhof Bernauer Straße mit Farbe beschmiert. Polizeibeamte der Direktion 3 stellten noch in der Nähe zwei der Flüchtenden. Nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung wurde der Ältere auf freien Fuß gesetzt und der Jugendliche seiner Mutter übergeben.
Quelle: Polizeipresse
Eingabe: 29.05.2009 – 09:10 Uhr
Wände besprüht – Vier Festnahmen
Reinickendorf/Pankow
# 1551
Polizeibeamte nahmen in den vergangenen Stunden insgesamt vier Sprayer fest, die zuvor im Märkischen Viertel und in Prenzlauer Berg Wände besprüht hatten.
Zivilbeamte des Polizeiabschnitts 12 beobachteten gegen 17 Uhr 20 zwei 14-Jährige, die in der Schorfheidestraße eine Brückenunterführung besprühten. Bei den Jungen aufgefundene Spraydosen wurden beschlagnahmt. Bei der Überprüfung der Umgebung konnten in der Heinz-Brandt-Straße und im Fräsersteig weitere Graffitis festgestellt werden, die den Jugendlichen ebenfalls zuzuordnen sind. Die Jugendlichen wurden erkennungsdienstlich behandelt und anschließend ihren Eltern übergeben.# 1552
Gegen 3 Uhr 30 besprühte ein 27-Jähriger eine Hauswand in der Schwedter Straße. Sein 23-jähriger Komplize deckte die Tat ab und beobachtete die Umgebung. Zivilbeamte des Polizeiabschnitts 15 nahmen die beiden Männer fest. Nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung wurden sie auf freien Fuß gesetzt.
Quelle: Polizeipresse
Tags: 2009, Berlin, Polizei, Polizeipresse
Eine Ära geht zu Ende
Dienstag, 2. Juni 2009 Presse
Mal wieder endet eine Ära dank der Berliner Modernisierungswut. Nun trifft es die legendäre S9-Kurve am Ostkreuz:
S 3 ersetzt längere Zeit die S 9 auf der Stadtbahn
Ab September fährt die S 9 nicht mehr durch die Südkurve am Ostkreuz
Wenn Ende August die Bauarbeiten am Ostkreuz soweit fortgeschritten sind, dass die Südkurve abgebaut wird, dann wird zeitweilig einiges neu geordnet im S-Bahn-Verkehr um die Riesenbaustelle. Dazu ein Gespräch mit Felix Pohl, Leiter Bestellermarketing und Dr. Torsten Funke, Verkehrsplaner der S-Bahn Berlin.
Die S 9 und die S 75 ergänzen sich auf der Stadtbahn zum 10-Minuten-Takt Richtung Spandau. Wie wird das ausgeglichen, wenn die Südkurve ab September abgebaut wird und die S 9 nicht mehr über die Stadtbahn fahren kann?
Felix Pohl: Zunächst hatten wir geplant, die S 75 im 10-Minuten-Takt nach Spandau fahren zu lassen. Erhebungen und verkehrliche Untersuchungen ergeben jedoch, dass es bei der S 75 weit weniger Fahrgäste gibt, die über die Stadtbahn hinaus Richtung Spandau weiterfahren, als bei der S 3. Deshalb haben wir in Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung entschieden, die S 3 alle 20 Minuten bis Spandau durchzubinden. Das heißt: Nutzer der S 3, die bisher am Ostbahnhof in den Spandauer Zug umsteigen mussten, können nun in jedem zweiten Zug sitzen bleiben.
Wie lange bleibt den S 3-Nutzer dieser komfortable Zustand erhalten?
Dr. Torsten Funke: Zunächst für etwa eineinhalb Jahre. Dann werden die Richtungsbahnsteige am Ostkreuz gebaut, die Schienenwege komplett neu sortiert und die S 3-Nutzer müssen am Ostkreuz in die S 5, S 7 oder S 75 umsteigen, um in die City zu gelangen. Das ist baubedingt leider nicht anders zu lösen.
Und danach?
Felix Pohl: Wenn die Bauarbeiten am Ostkreuz ihrem Ende zugehen, soll die S 3 in Abstimmung mit der Senatsverwaltung über die Stadtbahn durchgebunden werden.
Wie fährt bis dahin die S 9?
Dr. Torsten Funke: Sie fährt ab September zusätzlich zur S 8 und S 85 über den Ostring bis Blankenburg. Damit bieten wir jenen Fahrgästen – oder auch Fluggästen – eine umsteigefreie Verbindung in den Nordosten oder Norden der Stadt.
Was empfehlen Sie den Fahrgästen, die bisher die S 9 in die Innenstadt genutzt haben?
Felix Pohl: Eine Möglichkeit ist, bis Ostkreuz zu fahren und umzusteigen, doch hier gibt es während der Bauarbeiten weder Aufzüge noch Fahrtreppen. Deshalb wird die S 45 von Schönefeld über Hermannstraße hinaus bis zum modernen und behindertengerechten Bahnhof Südkreuz verlängert. Wir empfehlen also vor allem mobilitätseingeschränkten Fahrgästen oder Reisenden mit Gepäck, mit der S 45 bis Südkreuz zu fahren und von hier mit der S 2, S 25 oder dem Regionalzug in die Innenstadt. Das ist ein deutlich komfortablerer und auch nicht längerer Weg aus dem Südosten in die City.
Dr. Torsten Funke: Nach Ende der Bauarbeiten am Ostkreuz wird der S-Bahnverkehr im Wesentlichen wieder so geregelt sein wie heute. Nur den Bahnsteig A gibt es nicht mehr. Die Züge der S 9 fahren dann ohne Halt über die neue Südkurve des Bahnhofs Ostkreuz zum Bahnhof Warschauer Straße.
Quelle: punkt 3 – 2009/10
Tags: 2009, Baustelle, Ostkreuz, Punkt 3, S-Bahn, S3, S9, Sputnik
